Die IVL-SH fordert

von Harro Rhenius

Zeit für gute Bildung

Eine steigende Zahl von Anforderungen und Verwaltungsaufgaben, die außerhalb unserer Profession liegen, hat die Arbeitsbelastung der Kolleginnen und Kollegen bereits vor der Pandemie belastet. Im Rahmen des Unterrichts unter Pandemiebedingungen überschritten diese Belastungen jedes Maß. Lehrkräfte wollen unterrichten und nicht verwalten.

Wir fordern eine Entlastung der Lehrkräfte von Verwaltungsaufgaben durch die Schaffung entsprechender Stellen zur Unterstützung.

Wir fordern weiterhin eine Begrenzung der Unterrichtsverpflichtung der Lehrkräfte aller Schularten auf maximal 25 Unterrichtsstunden.

Wertschätzung für gute Bildung

Wertschätzung für gute Bildung erschöpft sich nicht in guten Worten, sie setzt eine amtsangemessene Alimentation voraus. Die derzeitigen Bemühungen, lediglich mit der finanziellen Besserstellung einzelner Familienkonstellationen eine verfassungskonforme Besoldung zu erlangen, lehnen wir ab. Das Weihnachtsgeld ist kein gewährter Bonus nach Leistung oder Haushaltslage, sondern ein Teil unseres Gehaltes. Seine Wiedereinführung dient nicht allein der Erfüllung rechtlicher Vorgaben zur verfassungsgemäßen Besoldung, er verwirklicht die Einhaltung eines politischen Versprechens der Verantwortlichen.

Wir fordern die Wiedereinführung des Weihnachtsgeldes in voller Höhe.

Gelingensbedingungen für gute Bildung

Bildung ist Beziehungsarbeit. Insbesondere die durch die Pandemie zeitweise notwendige Beschulung der neunten Klassen in abschlussbezogenen Kleingruppen zur Vorbereitung der zentralen Abschlussarbeiten zeigte eindrucksvolle Erfolge. Insbesondere die schwächeren Schülerinnen und Schüler profitierten von dieser Lernform und bewiesen dies durch erhebliche Leistungssteigerungen in den Abschlussarbeiten. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Studie der Soziologen Julian Seuring und Hartmut Esser bestätigen diese Erfahrung und kommen zu dem Ergebnis, dass eine homogenere Zusammensetzung der Lerngruppen allen nützt – und zwar den Lernschwächeren noch mehr als den Lernstärkeren.

Wir fordern nachdrücklich die Verwirklichung der von uns seit Jahren erhobenen Forderung zur Änderung des Schulgesetzes, um die Errichtung abschlussbezogener Klassen ab Klasse 6 in den Gemeinschaftsschulen durch Beschluss der Schulkonferenz zu ermöglichen.

Wir fordern die politischen Entscheidungsträger auf, Schulen, die sich für eine Umwandlung ihrer Unterrichtsorganisation zu abschlussbezogenen Klassen entscheiden, durch geeignete Maßnahmen zu unterstützen.

 

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