Logo IVL 90IVL zu den Jamaika-Sondierungen in Schleswig-Holstein:
Die Gemeinschaftsschulen nicht vergessen!

Die Interessenvertretung der Lehrkräfte in Schleswig-Holstein (IVL) appelliert an die Gesprächspartner von CDU, FDP und Grünen, die vielfach geäußerten Nöte der Schülerinnen und Schüler, der Eltern und der Lehrkräfte an den Gemeinschaftsschulen im Land während ihrer Sondierungen ernstzunehmen. Die jeweiligen Bildungsverantwortlichen in Schleswig-Holstein (SPD) und in Nordrhein-Westfalen (Grüne) hatten in den zurückliegenden Landtagswahlen auch wegen ihrer Schulpolitik schwere Schlappen hinnehmen müssen.

„Ein ,Weiter so’ an den Gemeinschaftsschulen kann es nicht geben - die bürgerlichen Parteien dürfen die Verantwortung für das Thema ,Äußere Differenzierung’ und Inklusion nicht aus dem Auge verlieren, indem sie lediglich für eine Wahlfreiheit der Schulen plädieren“, so die IVL-Landesvorsitzende Grete Rhenius.

Wahlfreiheit zwischen abschlussbezogenen Klassen und so genannter Binnendifferenzierung werde nach Meinung der IVL allerhöchstens zu kollegialen Auseinandersetzungen führen. „Hier muss nach 30 Jahren bildungspolitischer Enttäuschungen endlich wieder eine klare Handschrift erkennbar werden, die nicht versucht, Kinder und Jugendliche zu vereinheitlichen, sondern diese gemäß ihrer Fähigkeiten und Neigungen zu fordern und fördern – und dies sollte auch so festgeschrieben werden“, so die Verbandsvorsitzende.

Den Grünen empfiehlt die IVL, sich an die Einschätzung ihres Parteichefs Cem Özdemir zu halten. Özdemir hatte am Wochenende einen Kurswechsel seiner Partei angeregt und angesichts des NRW-Wahlergebnisses mahnend hervorgehoben: „Belehrungen kommen gegen Erfahrungen nicht an.“

Rhenius: „Ein Kompromiss, bei dem alle Parteien ihr Gesicht wahren können, wären statt der jetzigen integrativen Systeme an den Gemeinschaftsschulen kooperative Formen, vergleichbar der Kooperativen Gesamtschule, bei denen gemeinsam unter einem Dach, aber auf verschiedenen Wegen gelernt werden kann.“

Ein solcher Weg stelle nach Ansicht der IVL keine neuen Herausforderungen an die Schulträger dar und sei für die Schulen leicht umzusetzen, ohne massive Strukturveränderungen zu fürchten.

V.i.S.d.P. IVL-SH

Tade Peetz, Pressereferent                                                                                            Heikendorf, 22. Mai 2017

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