Logo IVL 90IVL zu VERA 8: Welchen Wert haben Vergleichsarbeiten, deren Aufgaben vorab bekannt sind?

Die Interessenvertretung der Lehrkräfte in Schleswig-Holstein (IVL) zweifelt die Validität der diesjährigen Vergleichsarbeiten, kurz: VERA, erheblich an.
Laut Veröffentlichung der schleswig-holsteinischen Landesregierung sei VERA ein Instrument der Schul- und Unterrichtsentwicklung, das sich auch als Gesprächsanlass für eine individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler eigne. Die zentralen Vergleichsarbeiten im 8. Jahrgang werden in weiterführenden Schulen aller Bundesländer geschrieben. Den Schwerpunkt bilden dabei die Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch.
„Uns erreichen mehrere Rückmeldungen von Lehrkräften, die bei den diesjährigen VERA-Arbeiten des 8. Jahrgangs im Fach Deutsch Aufgaben aus dem offiziellen Aufgabenpool der VERA-Internetseite, dem so genannten Aufgabenbrowser, mit ihrer Klasse geübt haben und dann am Tage der Erhebung feststellten, dass die Testaufgaben mit den Übungen identisch sind. Die komplette Lösung der landesweiten Vergleichsarbeiten stand seit dem ersten Tag des Schreibzeitraumes im Netz“, so die Landesvorsitzende der IVL, Grete Rhenius.
Die jeweiligen Klassen- oder Fachlehrer werten die Aufgabenbögen aus und geben die Ergebnisse, teilweise zusammen mit soziodemographischen Daten zur Klassenzusammensetzung in anonymisierter Form in ein Internet-Portal ein. Danach lässt sich dann eine Auswertung, vorgenommen durch Universitäten oder Qualitätsagenturen der Länder, abrufen, die die Lernniveaus der einzelnen Schüler enthält. Zudem kann häufig eine statistische Übersicht, die die Anteile der Schüler in den einzelnen Niveaus relativ zu Klasse, Schule und Bundesland darstellt, abgerufen werden.
Rhenius: „Welchen statistischen Wert haben Vergleichsarbeiten, deren Aufgaben vorab veröffentlicht und geübt werden können? Zumal dann, wenn nur ein Teil der Lehrkräfte diesen Übungsaufgabenpool im Vorwege genutzt hat? Die Voraussetzungen sind dann alles andere als vergleichbar.“
Dieses Vorgehen stärkt nach Ansicht der IVL nicht das Vertrauen der Lehrkräfte in statistische Erhebungen im Bildungswesen, sondern bestätigt eher die Diskrepanz zwischen schleswig-holsteinischen Jubelmeldungen aus dem Bildungsministerium, wie z.B. bei der jüngsten IQB-Studie und der Wahrnehmung der Kolleginnen und Kollegen im Schulalltag.
V.i.S.d.P. IVL-SH
Tade Peetz, Pressereferent                                                                                                         Heikendorf, 14. März 2017
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