Schüler demonstrieren

von Harro Rhenius

Engagement der Bürger ist die Heilquelle der Demokratie. Dieses Engagement darf nicht gesteuert und gelenkt sein, es muss aus dem Demokratieverständnis heraus, wachsen.

In unserer Vergangenheit haben wir unselige Engagements erleben müssen, die gelenkt und gesteuert waren.

Mitte der 1960iger Jahre sind Studenten auf die Straße gegangen. Die Straße wurde häufig zum Schlachtfeld. Das war die Straße in den 1920 und den folgenden Jahren immer wieder.

Wenn heute engagierte Schülerinnen und Schüler auf die Straße gehen, um für den Klimaschutz zu demonstrieren, ist das eine extrem gute Sache. Die Frage aber darf erlaubt sein „Ist das alles freiwillig? Ist das vielleicht auch gelenkt?“

Gelenkt von Interessenstrukturen? Manches wirkt sehr profihaft und nährt den Verdacht der Lenkung.

Warum aber muß unbedingt während der Schulzeit demonstriert werden?

Freiwilliges Engagement ist eine Ehrenschuld an die Demokratie. Dieses Engagement ist häufig auch mit persönlichen Opfern verbunden. Da müssen eben persönliche Interessen und Wünsche manchmal auch zurückgesteckt werden. Wer ehrenamtlich tätig ist, kennt und erlebt dieses.

Klimaschutz ist nur ein Teilaspekt. Unsere Erde, unsere Mutter Erde, muss geschützt werden. Das Abholzen des Tropenwaldes aus Profitgier, die Vernichtung von Naturschutzgebieten, die massiven Eingriffe in die Landschaften, das alles sollte auf der Agenda der Schutzbedürftigkeit der Erde stehen.

Demonstrieren für eine lebenswerte Umwelt, demonstrieren für ein freies Europa, wo jedermann freizügig seine Meinung sagen kann und keine Ohrfeigen irgendwelcher politischer Systeme erwarten muss, all das ist das Demonstrieren wert.

Schülerinnen und Schüler sollen demonstrieren, sie sollen sich engagieren, so sollen Freizeit dafür opfern, nicht Bildungszeit.

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