Quittung für verfehlte Bildungspolitik:

von Dirk Meußer

Schleswig-Holstein gehört zu Absteigern im IQB Ländervergleich!

Wenig überrascht, gleichwohl entsetzt, zeigte sich der Landesvorsitzende der Interessenvertretung der Lehrkräfte in Schleswig-Holstein (IVL-SH) über die Ergebnisse schleswig-holsteinischer Schüler im Leistungsvergleich der Länder (IQB). „Wir haben die verantwortlichen Fehlentwicklungen seit langem kritisiert“, so Dirk Meußer. Die Abwertung der Fächer Biologie, Physik und Chemie zugunsten des Faches Nawi und die Abkehr vom Fachlehrerprinzip wirke anders als vorausgesagt.

„Glaubt wirklich jemand, es ist eine gute Idee, wenn in der sechsten Klasse ein Physiklehrer unsere Kinder aufklärt, während in der Parallelklasse die Biologielehrerin mit den Schülern Stromkreise aufbaut?“, kritisiert Dirk Meußer mit Blick auf die schulischen Leistungen in den Naturwissenschaften. „Die Strukturreformen der vergangenen Jahre haben jede Leistungskultur in den Gemeinschaftsschulen vernichtet.

Wir fordern eine Abkehr vom verpflichtenden binnendifferenzierten Unterricht und die Möglichkeit zur Schaffung abschlussbezogener Klassen, ein Ende des mühelosen Aufsteigens bis in die 8.Klasse unabhängig von den erbrachten Leistungen sowie eine verbindliche Schulartenempfehlung.

Bei einem Blick auf die Ergebnisse fällt deutlich auf, dass jene Länder, die auf ein differenziertes Schulsystem setzen wie Bayern und Sachsen wieder einmal die deutlich größte Gruppe von Schülerinnen und Schüler der höchsten Kompetenzstufe vorzuweisen haben. Wir müssen endlich von den Besten lernen.

Die Gemeinschaftsschule braucht dringend ein Upgrade“, so der Landesvorsitzende Dirk Meußer abschließend.

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